Aphasie App Vergleich Deutschland 2026: Die 6 wichtigsten Apps im direkten Test
Welche Aphasie-App ist die richtige? Wir vergleichen die 6 wichtigsten Aphasie-Apps in Deutschland 2026 – neolexon (DiGA, kassenerstattet), LingoTalk (Benenntraining mit Spracherkennung), SpeechCare (iPad-Allrounder), DiaTrain (Alltagsdialoge), AphasiaAid (Offline-Training) und Lautkleckse (ergänzender Wortschatzaufbau). Mit Funktionen, Kosten, Kassenerstattung und einer ehrlichen Einordnung, für wen welche App geeignet ist. Plus FAQ zu DiGA-Rezept, Trainingsdauer und Datenschutz.
Eine Aphasie verändert von einem Moment auf den anderen, wie ein Mensch mit der Welt spricht. Nach einem Schlaganfall, einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer anderen Hirnschädigung fehlen plötzlich Wörter, die jahrzehntelang selbstverständlich waren. Logopädische Therapie ist die wichtigste Säule der Rehabilitation – aber die Realität in Deutschland sieht so aus: ein- bis zweimal pro Woche eine Sitzung, oft nur 30 bis 60 Minuten, häufig mit Wartelisten. Die DGN-Leitlinie empfiehlt dagegen eine Trainingsintensität von fünf bis zehn Stunden pro Woche. Genau diese Lücke wollen Aphasie-Apps schließen.
Dieser Vergleich richtet sich an Betroffene, Angehörige und Therapeut:innen, die in der App-Landschaft den Überblick verlieren. Wir schauen auf die sechs in Deutschland relevantesten Aphasie-Apps – mit Funktionen, Kosten, Kassenerstattung und einer ehrlichen Einordnung, für wen welche App geeignet ist.
Was ist Aphasie? Zahlen, die das Problem greifbar machen
Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die durch eine Schädigung des Gehirns entsteht. Sie betrifft das Sprechen, das Verstehen, das Lesen und das Schreiben – die geistigen Fähigkeiten bleiben dabei meist erhalten. Die Deutsche Hirnstiftung schätzt, dass in Deutschland über 100.000 Menschen mit einer Aphasie leben. Die häufigste Ursache ist ein Schlaganfall: Etwa 30 bis 40 Prozent aller Schlaganfall-Patient:innen entwickeln nach einer Hirnschädigung eine Aphasie (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe). Jedes Jahr kommen rund 50.000 bis 80.000 neue Fälle hinzu.
Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfehlen für die Aphasietherapie nach Schlaganfall eine Intensität von mindestens fünf bis zehn Stunden pro Woche – die üblichen ein bis zwei Termine bei der Logopädin reichen also formal nicht aus. An genau diesem Punkt setzen digitale Anwendungen an: Sie verlängern die effektive Übungszeit deutlich, ohne dass zusätzliche Therapietermine nötig wären.
Studien-Wissen: Die größte deutsche Aphasie-Studie (AddiThA, 196 Patient:innen, 173 Therapeut:innen) wies 2023 nach, dass App-gestütztes Eigentraining zusätzlich zur Logopädie die sprachlichen Fähigkeiten nachweislich verbessert – und sich positiv auf Lebensqualität und emotionale Gesundheit auswirkt (BfArM, Limedix GmbH).
Worauf sollte man bei einer Aphasie-App achten?
Bevor wir in die einzelnen Apps eintauchen, hier die Kriterien, an denen wir sie messen. Diese Liste hilft auch, eine eigene Auswahl zu treffen, falls eine andere App ins Spiel kommt.
• Wissenschaftliche Fundierung: Wurde die App in Studien geprüft? Sind die Aufgaben evidenzbasiert? Wer steckt im Entwicklungsteam – Linguist:innen, Logopäd:innen, Forschende?
• Therapie-Anbindung: Kann die Logopädin Übungen einstellen oder Auswertungen einsehen? Eigentraining ohne therapeutische Steuerung läuft schnell ins Leere.
• Kassenerstattung: Wird die App von der Krankenkasse bezahlt? Eine DiGA-Zulassung ist hier der Goldstandard – sie bedeutet kostenlose Nutzung per Rezept.
• Schweregrad-Abdeckung: Aphasien reichen von leichten Wortfindungsstörungen bis zu schwersten globalen Aphasien. Eine gute App skaliert die Schwierigkeit zuverlässig.
• Übungsspektrum: Die vier Modalitäten – Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben – sollten abgedeckt sein. Manche Apps spezialisieren sich auch bewusst auf einen Bereich.
• Plattform und Bedienbarkeit: Tablet, Smartphone, Browser? iOS, Android? Große Schrift, klare Kontraste und einfache Navigation sind für viele Betroffene entscheidend.
• Kosten und Datenschutz: Einmalkauf, Abo, kostenloser Einstieg? Wer zahlt? Und: Wo liegen die Server, wird DSGVO-konform gearbeitet?
Die 6 wichtigsten Aphasie-Apps in Deutschland im Vergleich
Lesehinweis zur Tabelle: Preise und Konditionen können sich ändern. Die Angaben spiegeln den öffentlich dokumentierten Stand aus 2025/2026 wider. Vor Vertragsabschluss immer auf den Anbieter-Seiten den aktuellen Stand prüfen.

1. neolexon Aphasie – die DiGA für deutsche Kassenpatient:innen
Die App des Münchner Start-ups Limedix ist seit 2022 als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. 2024 erfolgte die endgültige, dauerhafte Aufnahme – als erste Logopädie-App überhaupt. Grundlage war die AddiThA-Studie in Zusammenarbeit mit der LMU München und der HAWK Göttingen mit 196 Patient:innen, der größten Aphasie-Therapiestudie Deutschlands.
Funktionen:
• Vollständige Abdeckung: Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben
• Übungen auf Wort-, Satz- und Textebene
• Individualisierbares Eigentraining, vom Logopäden eingestellt
• Spracherkennung und Aussprachefeedback
• Ergebnis-Auswertung für Therapeut:innen einsehbar
• Verfügbar auf iPad, Android-Tablet, Webbrowser (PC und Mac) – nicht auf Smartphones nutzbar
Kosten und Erstattung: Die App wird von allen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erstattet. Der Weg führt über die Pharmazentralnummer 18017082, die der Arzt auf ein Muster-16-Rezept schreibt. Die Krankenkasse stellt dann innerhalb von zwei Werktagen einen Freischaltcode aus, mit dem die App 90 Tage kostenfrei genutzt werden kann. Der Code lässt sich beliebig oft neu beantragen. Auch viele private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten – hier in der Regel per Einzelfallantrag.
Voraussetzung: Die Nutzung setzt eine parallele logopädische Behandlung voraus. Die Therapeutin registriert sich in einer eigenen Therapeut:innen-App (kostenlos) und stellt das Eigentraining individuell zusammen.
Für wen geeignet? Für gesetzlich versicherte Aphasie-Patient:innen, die parallel in logopädischer Behandlung sind und intensiv zwischen den Terminen weiter üben möchten – die wohl naheliegendste Wahl in Deutschland, weil die Hürde „Kosten” wegfällt.
Vorteile: Kostenfrei für gesetzlich Versicherte, wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeit, sehr breites Übungsspektrum, direkte therapeutische Steuerung.
Nachteile: Keine eigenständige Nutzung ohne Logopädin sinnvoll, nicht auf Smartphones (nur Tablets/PC), erste Einrichtung über Therapeut:in nötig.
2. LingoTalk – fokussiertes Benenntraining mit Spracherkennung
LingoTalk wird vom Berliner Unternehmen Lingo Lab UG entwickelt, wissenschaftlich begleitet vom Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam. Eine klinische Fallserienstudie konnte die Wirksamkeit für den mündlichen Wortabruf nachweisen.
Funktionen:
• Über 3.000 Begriffe zum Training
• Alltagsrelevante Themenfelder (Familie, Wetter, Einkaufen etc.)
• 10 abgestufte Hilfen pro Begriff (Aussprache, Bedeutung, Schreibweise, Mundbild)
• Automatische Spracherkennung mit direktem Feedback
• Selbsteinschätzungsmodus als Alternative
• Linkshändermodus für ergonomische Bedienung
• Übungsstufen für jeden Schweregrad
• Optionale Verknüpfung mit Therapeut:innen-Account
Kosten: LingoTalk Basic (für Betroffene): 9,99 € pro Monat, jederzeit zum Monatsende kündbar. LingoTalk Professional (für Fachleute): 19,99 € pro Monat, 14 Tage Probezeit. Eine Kassenerstattung ist aktuell nicht vorgesehen.
Plattform und Datenschutz: LingoTalk läuft auf iPads (iOS 14+), Apple Vision Pro und Android-Tablets ab Android 5.1. DSGVO-konform, Patientendaten anonymisiert und verschlüsselt, Server in Frankfurt am Main.
Für wen geeignet? Für Betroffene mit Schwerpunkt Wortfindungsstörungen und Sprechapraxie, die eine spezialisierte Trainings-App suchen und sich nicht durch die DiGA-Bürokratie zwingen lassen wollen. Auch für Privatpatient:innen und Selbstzahler:innen, die nicht warten wollen.
Vorteile: Sehr fokussiertes, evidenzbasiertes Benenntraining, Spracherkennung gibt objektives Feedback, selbstständige Nutzung möglich, klar kalkulierbare monatliche Kosten.
Nachteile: Kein integriertes Schreib- oder Lesetraining, keine Kassenerstattung, Schwerpunkt liegt auf Wortebene, weniger auf Satz- und Textebene.
3. SpeechCare Aphasie – das breite Übungsrepertoire für die iPad-Welt
SpeechCare ist ein etablierter Anbieter logopädischer Apps und deckt mit der Aphasie-App ein sehr breites Übungsspektrum für Erwachsene ab. Die Aufgaben sind in der logopädischen Praxis erprobt und basieren auf anerkannten sprachwissenschaftlichen Modellen.
Funktionen:
• Wort-zu-Bild- und Bild-zu-Wort-Zuordnung
• Fehler-finden auf Wortebene
• Lückenwort aus Auswahl ergänzen
• Buchstaben sortieren (Anagramm)
• Satz-zu-Bild-Zuordnung, Lückensatz-Aufgaben, Wörter-Sortieren auf Satzebene
• Präpositionen und Artikel zuordnen
• Integrierte Videofunktion mit visuellen und auditiven Hilfen
• Abstufbare Schwierigkeitsgrade
Kosten und Plattform: Die App ist als Einmalkauf im Apple App Store erhältlich (Preise variieren je nach Aktion). Sie läuft auf iPad (iPadOS 8.0 oder neuer) und Mac mit Apple-M-Chip. Eine Lite-Version ermöglicht den kostenlosen Einstieg mit reduziertem Inhalt. Keine Kassenerstattung.
Für wen geeignet? Für Betroffene und Therapeut:innen im iPad-Ökosystem, die eine breite Übungsbibliothek ohne Abo bevorzugen und ohne therapeutische Steuerung von außen arbeiten wollen.
Vorteile: Sehr breites Übungsspektrum, Einmalkauf statt Abo, selbsterklärende Aufgaben, bewährtes Praxismaterial.
Nachteile: Nur für Apple-Geräte (iPad, Mac mit M-Chip), keine Spracherkennung, Nutzerstimmen im App Store wünschen mehr Weiterentwicklung, keine zentrale Therapeut:innen-Anbindung.

4. DiaTrain – Alltagsdialoge aus der Hochschulforschung
DiaTrain entstand auf Basis der Studie „Teletherapie bei Aphasie nach Schlaganfall”, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wurde. Federführend war die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum. Die App geht einen anderen Weg als reine Wort-Trainer: Sie arbeitet mit kurzen, strukturierten Videosequenzen von Dialogen in echten Alltagssituationen.
Funktionen:
• Videobasierte Dialoge in Alltagsszenen (Bäckerei, Arztpraxis, Apotheke)
• Verschiedene Hilfestufen
• Fokus auf Kommunikationsfähigkeit und Selbstvertrauen
• Hochfrequentes Eigentraining gedacht als Ergänzung zur Sprachtherapie
Wissenschaftlicher Hintergrund: Die Begleitstudie legt nahe, dass die App-Nutzung in Kombination mit professioneller Sprachtherapie Benenn- und Kommunikationsfähigkeit verbessern und das Selbstvertrauen sowie die Freude am Sprechen positiv beeinflussen kann (Deutsches Ärzteblatt, hsg Bochum).
Für wen geeignet? Für Patient:innen, die nicht nur einzelne Wörter abrufen, sondern in realistischen Gesprächssituationen sprachlich sicher werden wollen. Sinnvoll besonders in der mittleren bis späteren Reha-Phase, wenn Alltagskompetenz im Vordergrund steht.
Vorteile: Realistischer Alltagsbezug, Videoformat motiviert, wissenschaftlich begleitete Entwicklung.
Nachteile: Engerer Funktionsumfang als die „Allrounder”, keine DiGA-Zulassung, keine Kassenerstattung, setzt grundlegende sprachliche Fähigkeiten voraus.
5. AphasiaAid – breit gefächertes Übungswerkzeug für zuhause
AphasiaAid ist eine digitale Trainings-App für Menschen mit Aphasie nach Schlaganfall oder anderen neurologischen Erkrankungen. Sie versteht sich ausdrücklich als unterstützendes Werkzeug, nicht als Medizinprodukt – ein wichtiger Unterschied zu Apps wie neolexon.
Funktionen:
• Über 30 Übungen für Sprache, Gedächtnis und Konzentration
• Große Schaltflächen, gut lesbare Schrift, hoher Kontrast
• Klar gegliederte Navigation und deutliche Audioanweisungen
• Offline-Nutzung möglich
• Statistiken, Highscore-Tracking, grafische Fortschrittsdarstellung
• DSGVO-konform, keine Datenspeicherung in der Cloud
Für wen geeignet? Für Betroffene, Senior:innen und Angehörige, die selbstständig zuhause oder unterwegs üben wollen – mit klarem Fokus auf Bedienbarkeit. Auch interessant, wenn Datenschutz besonders wichtig ist (rein lokale Nutzung).
Vorteile: Sehr nutzerfreundliche Oberfläche, auf Betroffene zugeschnitten, auch offline nutzbar, DSGVO-konform ohne Cloud-Speicherung, zusätzlicher Ratgeber für Angehörige verfügbar.
Nachteile: Kein Medizinprodukt, keine Kassenerstattung, keine zentrale Therapeut:innen-Anbindung wie bei neolexon, Spracherkennung weniger ausgereift als bei spezialisierten Apps.
6. Lautkleckseapp – wenn der Wortschatzaufbau im Vordergrund steht
Lautkleckse ist eine Browser-App, die Bilderkennung, Textassoziation, Audiowiedergabe und Gedächtnisspiele in kurzen, strukturierten Lerneinheiten kombiniert. Anders als die fünf Apps zuvor ist Lautkleckse keine Digitale Gesundheitsanwendung und kein Medizinprodukt. Wir geben uns nicht den Anstrich einer Aphasietherapie-App – aber wir nennen klar, wofür Lautkleckse sich eignet und wofür nicht.
Funktionen:
• Zwei Lernrichtungen: Text-zu-Bild und Bild-zu-Text
• Wort-bauen Modus
• Memory-Kartenmodus für visuelle Assoziation
• Drei Schwierigkeitsstufen (leicht, mittel, schwer)
• Audiowiedergabe für Aussprache mit direktem Feedback
• Strukturierte Lerneinheiten mit Fortschrittsanzeige
• Motivationsmechaniken (Herzen, Edelsteine, Tagesserie)
• Geräteübergreifend nutzbar: Smartphone, Tablet, Desktop
• Kostenloser Einstieg über die Browser-App
Wofür Lautkleckse gut geeignet ist:
• Täglicher Wortschatzaufbau und Wortwiedererkennung
• Visuelles Lerntraining mit klar strukturierten kurzen Sessions
• Ergänzendes Eigentraining für Erwachsene und Kinder
• Niedrigschwelliger Einstieg ohne Therapeut:innen-Anbindung
Wofür Lautkleckse nicht gedacht ist:
• Lautkleckse ersetzt keine logopädische Aphasietherapie
• Keine Spracherkennung mit klinischem Wortabruf-Feedback wie bei LingoTalk
• Keine DiGA – die Kasse erstattet die App nicht
• Kein Ersatz für neolexon Aphasie als Hauptwerkzeug bei einer diagnostizierten Aphasie
Für wen geeignet? Lautkleckse passt für Personen, die ihren Wortschatz spielerisch und mit kurzen täglichen Einheiten aufbauen oder erhalten wollen – etwa in der Stabilisierungsphase nach erfolgreicher Akut-Reha, beim begleitenden Training für Angehörige, oder als motivierendes Tool für Kinder mit Sprachförderbedarf. Eine genauere Einordnung des Themas finden Sie auch in unseren Beiträgen Wortschatz aufbauen nach Schlaganfall und Aphasie Therapie zuhause Tipps.

Welche App passt zu welcher Situation?
Eine Vergleichstabelle alleine entscheidet keine Auswahl. Die folgenden Profile helfen, die passende App schneller zu finden.
Frisch aus der Reha, gesetzlich versichert, parallel in Logopädie. Die wahrscheinlich beste Wahl ist neolexon Aphasie. Kostenfrei per Rezept, wissenschaftlich nachgewiesen wirksam, von der Therapeutin individualisierbar. Sprechen Sie Ihre Logopädin darauf an – sie kann das Eigentraining direkt einstellen.
Privatversichert oder Selbstzahler:in, sofort starten. LingoTalk ist mit 9,99 €/Monat ein vergleichsweise günstiger und fokussierter Einstieg, wenn das Hauptproblem Wortfindungsstörungen sind. Wer mehr Breite wünscht, kann einen Einzelfallantrag für neolexon Aphasie bei der PKV stellen.
Logopäd:innen mit Bedarf an einem professionellen Werkzeug. LingoTalk Professional (19,99 €/Monat) ermöglicht unbegrenzt viele Patient:innen, evidenzbasierte Hilfen und Evaluations-Export. Für die DiGA-Schiene mit individuellem Eigentraining-Setup ist die neolexon-Therapeut:innen-App (kostenlos) der Standard.
Schwerpunkt Alltagssprache: Einkaufen, Arzt, kurze Dialoge. DiaTrain ist mit seinem Dialog-Ansatz dafür gemacht.
Niedrigschwellig, datenschutzfreundlich, ohne therapeutische Einbindung. AphasiaAid überzeugt mit Offline-Nutzung, klarer Oberfläche und Fokus auf Selbstständigkeit.
Stabilisierungs- oder Aufbauphase: täglicher Wortschatz und Wiedererkennung. Lautkleckse ist hier eine sinnvolle ergänzende App, gerade wenn der Schwerpunkt auf Wort-Bild-Verknüpfung, kurzen Trainingssessions und einem motivierenden Streak-System liegt.
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Häufige Fragen zu Aphasie-Apps in Deutschland
Welche Aphasie-App wird von der Krankenkasse bezahlt?
Derzeit ist neolexon Aphasie die einzige Aphasie-App, die als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) dauerhaft im BfArM-Verzeichnis gelistet ist und damit von allen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erstattet wird. Der Weg führt über die Pharmazentralnummer 18017082 auf einem Muster-16-Rezept.
Kann eine App eine Logopädin oder einen Logopäden ersetzen?
Nein. Apps sind nach übereinstimmender Einschätzung der Anbieter, der wissenschaftlichen Studien und der DGN-Leitlinien immer Ergänzungen, niemals Ersatz für eine professionelle Sprachtherapie. Sie steigern die Übungsfrequenz und damit die Effektivität – die fachliche Diagnostik, die Anpassung der Therapie und das menschliche Element bleiben bei der Therapeutin.
Wie viel sollte ich pro Tag mit einer Aphasie-App üben?
Die AddiThA-Studie zeigte, dass Studienteilnehmer:innen die neolexon Aphasie-App durchschnittlich 31 Minuten pro Tag nutzten. Die DGN-Leitlinien empfehlen für die Aphasietherapie nach Schlaganfall eine Gesamtintensität von mindestens fünf bis zehn Stunden pro Woche, wobei alle Übungsformen zusammengezählt werden. Wichtiger als ein starres Tagespensum ist die Regelmäßigkeit.
Brauche ich für eine Aphasie-App ein neues Tablet?
Nicht zwingend. neolexon läuft auf iPads, Android-Tablets ab gängigen Versionen und im Browser auf PC und Mac. LingoTalk ist ebenfalls plattformübergreifend für Tablets verfügbar. SpeechCare hingegen ist auf das Apple-Ökosystem beschränkt. Wenn die Anschaffung trotzdem nötig wird, kann ein einfaches Tablet ab ca. 200 € bereits ausreichen.
Was ist der Unterschied zwischen einer DiGA und einer normalen App?
Eine DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) hat ein formelles Zulassungsverfahren beim BfArM durchlaufen, ist als Medizinprodukt zertifiziert und ihre Wirksamkeit muss in Studien belegt sein. Nur DiGAs können per Rezept verordnet und von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Reguläre Apps können sehr nützlich sein, sind aber rechtlich Lifestyle- oder Lern-Software ohne den Anspruch eines medizinischen Therapieprodukts. Lautkleckse zum Beispiel ist bewusst keine DiGA, sondern eine Lern-App.
Hilft eine App auch, wenn der Schlaganfall schon Jahre zurückliegt?
Studien zu LingoTalk an der Universität Potsdam zeigen, dass tägliches Training mit der App auch dann hilft, geübte Wörter signifikant besser zu sprechen, wenn der Schlaganfall schon lange zurückliegt – unabhängig von Alter und Geschlecht. Aphasietherapie kann also auch in der chronischen Phase noch Wirkung entfalten.
Was ist mit Datenschutz und sensiblen Gesundheitsdaten?
DiGAs unterliegen strengen Datenschutzanforderungen nach DiGAV. LingoTalk betreibt seine Server in Frankfurt am Main und arbeitet DSGVO-konform. AphasiaAid wirbt mit weitgehender Offline-Nutzung ohne Cloud-Speicherung. Bei jeder App lohnt sich vor dem Abschluss ein Blick in die Datenschutzerklärung.
Fazit: Welche Aphasie-App ist die beste in Deutschland?
Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt nicht die beste Aphasie-App – es gibt die App, die zu Ihrer Situation, Ihrer Versicherung, Ihrem Schweregrad und Ihrer aktuellen Reha-Phase passt.
Für gesetzlich versicherte Aphasie-Patient:innen in laufender logopädischer Behandlung ist neolexon Aphasie in Deutschland aktuell der Maßstab: die einzige App, deren Wirksamkeit in der größten deutschen Aphasie-Studie nachgewiesen wurde, dauerhaft als DiGA gelistet und vollständig kassenerstattet. Wer sich nicht ins DiGA-System einfügen kann oder will, findet in LingoTalk eine fokussierte, wissenschaftlich begleitete und vergleichsweise günstige Alternative. SpeechCare ist für iPad-Nutzer:innen mit Vorliebe für Einmalkauf interessant; DiaTrain punktet mit Alltagsdialogen; AphasiaAid mit Offline-Verfügbarkeit und niedriger Einstiegshürde.
Lautkleckse ergänzt diese Welt nicht als Konkurrent zu den Aphasie-Apps, sondern als alltagstaugliches Wortschatztraining für die Phasen, in denen es weniger um klinische Therapie und mehr um regelmäßige, motivierende Übung geht – etwa nach abgeschlossener Reha, als Begleittraining für Angehörige oder zur Sprachförderung von Kindern. Der Einstieg in die Browser-App ist kostenlos.
Eine letzte Empfehlung: Sprechen Sie vor jeder App-Entscheidung mit Ihrer Logopädin oder Ihrem Logopäden. Niemand kennt den individuellen Befund besser.
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Quellen und weiterführende Informationen
• BfArM – DiGA-Verzeichnis: Eintrag neolexon Aphasie. diga.bfarm.de
• neolexon Logopädie Apps (Limedix GmbH): Aphasie-App für Patient:innen und Kostenerstattung. neolexon.de
• Lingo Lab / LingoTalk: Sprachtherapie-Apps für Aphasie, Sprechapraxie, Dysarthrie. lingo-lab.de
• SpeechCare Aphasie: Apple App Store, Produktbeschreibung. apps.apple.com
• Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Aphasie als neuropsychologische Folge eines Schlaganfalls. schlaganfall-hilfe.de
• Deutsche Hirnstiftung: Aphasie – gestörte Sprache nach Hirnschädigung. hirnstiftung.org
• Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): S1-Leitlinie Rehabilitation aphasischer Störungen nach Schlaganfall. dgn.org
• Deutsches Ärzteblatt: App-Sprachtraining nach Schlaganfall – DiaTrain. aerzteblatt.de
• AOK Presseportal: Logopädie-App erstmals in DiGA-Verzeichnis aufgenommen. aok.de
• AddiThA-Studie (LMU München / HAWK Göttingen, 2023): Additive digitale Therapie bei Aphasie – Wirksamkeitsnachweis neolexon.
Marvin Hoeser
Veröffentlicht am 13. Mai 2026
